Die Geburt

 

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Ich war 42 Jahre alt, als ich wieder ein Kind erwartete. Ich lebte in einer festen Beziehung, die aber nicht so tragfähig war wie ich glaubte. Ich möchte nicht näher darauf eingehen. Fakt ist, dass er mich/uns verlassen hatte, als ich im 5ten Monat schwanger war. Das war ein Schock! So viel sei dazu gesagt. Es war nie mein Wunsch, 2 Kinder alleine groß zu ziehen aber auch nie mein Wunsch/Gedanke, einem behinderten Kind nicht die Chance auf ein Leben zu geben! Ich verzichtete auf eine FWU, zum Entsetzen meines Freundes. Allerdings dachte ich auch nicht ernsthaft daran, dass ich ein Kind mit Trisomie 21 zur Welt bringen würde.

Diese 4te Geburt, so wusste ich, würde meine letzte sein und ich wollte endlich meinen Traum von einer Hausgeburt verwirklicht haben. Lange suchte ich nach einer Hebamme, die noch Hausgeburten durchführt. Ich fand sie und beschloss "es" mit ihr zusammen anzugehen.

1.4.09.. bin beim Frauenarzt gewesen. Alles nach wie vor "normal". Der errechnete Termin war für den 10.04.09

In der Nacht bekam ich plötzlich Blutungen. Ich rief Anne an, die mir sagte das ich sie anrufen solle, wenn es schlimmer werden würde. Wehen hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. 4Std später...die Wehen kamen, wenn auch in großen Abständen. Wieder rief ich die Hebamme an, die mir sagte, sie würde um 15 Uhr bei mir sein. Da hatte ich die Wehen schon stärker. Levi-Elia ließ sich Zeit. Die Wehen kamen alle 20 Minuten und urplötzlich waren sie weg. Die Hebamme begann mit einem wehenfördernden, homöopathischen Mittel, im Form von Nasenspray. Die "Vorfreude", die ich z.B. bei meiner letzten Schwangerschaft hatte, blieb aus. Ich ahnte, das etwas nicht stimmen konnte, aber konnte "es"nicht beim Namen nennen. Dann kam Levi-Elia zur Welt. Ich hatte im Wohnzimmer auf der Couch entbunden und mich auf die Seite gedreht. Ich sah weder die Hebamme noch sah ich Levi-Elia. Ich war erschöpft und hörte nur Levi-Elia weinen. Es war kein Schreien, wirklich eher ein Weinen. Ich wartete auf die entzückte Äußerung der Hebamme und vernahm nur das Weinen von Levi-Elia. Ich drehte mich um und sah, wie sie ihn hoch hielt und aufmerksam ansah. Sie sah direkt in sein Gesicht und sagte: "das ist ein "Sternengucker". Er wird ein glückliches Leben haben. Daraus konnte ich nichts Negatives schließen und war erleichtert, das er da war. Dann fragte sie mich:"Kommt der Vater aus der Mongolei?" Der Grund meiner "Angst"hatte nun, auf einmal, einen Namen aber nein, ich schob den Gedanken beiseite und sah schnell auf Levi und sagte:"Ach, der Vater hat auch solche schmalen Augen."Sie sagte nichts! Sie nahm Levi und machte ihn fertig. Dann übergab sie ihn mir und hatte es plötzlich sehr eilig. Ich hatte erst Probleme ihn zu stillen und war sehr verwundert, dass sie mir nicht zu helfen versuchte, in dem sie mir Tipps gab. Letztendlich bekam ich es hin und sie verschwand. Ich sah Levi genauer an und was ich in seinem Gesicht sah, kannte ich. Hatte der Nachbarsjunge, der bis vor kurzem hier wohnte, nicht auch diese Gesichtszüge, diese typischen Gesichtszüge, die Trisomie21 offenbaren? Diese Augen,....nein, ich schob den Gedanken beiseite und dachte wenn Anne nichts gesagt hatte, würde es nicht schon nicht so sein. Ich duschte, zog mich um und ging ins Bett. Ich telefonierte noch mit der einen oder anderen Freundin , aber sagen, nein sagen tat ich nichts! Levi schlief die Nacht durch! Ich machte mir Sorgen und rief Anne morgens an. Ich solle ihn immer wieder anlegen und ihn ruhig wecken . Nach 3 Geburten wusste ich, dass dieses Kind anders war, anders ist. Noch immer sagte Anne nichts und noch immer hoffte ich, das mir mein "Unterbewusstsein"einen Streich spielte. 5 Tage lang beobachtete ich Levi-Elia, der nur schläfrig war und ewig lange fürs Stillen brauchte. Er war 46 cm groß, 2700 Gramm schwer und alle nahmen an, er sei halt klein, zart und geschwächt. Ich wollte zum Kinderarzt , doch Anne meinte, das hätte Zeit. Ich lief immer noch mit meinen Ängsten, meinen Befürchtungen herum und da ich keinen speziellen Kinderarzt hatte, suchte ich mir einen aus „dem Netz". Anne meinte, ich solle bis nach Ostern warten. Aber nein, ich wollte jetzt gehen. Ich ging also zum Kinderarzt mit Levi-Elia.